FAQ

ZEHN OFT GESTELLTE FRAGEN AN FRAUNHOFER ITALIA

1. WIE KANN MAN MIT FRAUNHOFER ZUSAMMENARBEITEN?

Fraunhofer betreibt Auftragsforschung für Unternehmen aller Größen, Institutionen oder öffentliche Auftraggeber. Eine Zusammenarbeit mit uns kann auf unterschiedlichen Wegen stattfinden. Eine Teilnahme an unseren Seminaren, eine Beauftragung mit einer konkreten Aufgabenstellung im Unternehmen wie z.B. die Entwicklung und Umsetzung mechatronischer Sensorsysteme und vernetzter Aktuatoren bis hin zur Partnerschaft bei internationalen Forschungskonsortien. Von Studien zur grundsätzlichen Aufbereitung bestimmter Themenstellungen oder zu deren Absicherung mit Hilfe von Befragungen bis hin zur Umsetzung und Implementierung in der Praxis.

2. WAS SIND DIE VORTEILE EINER ZUSAMMENARBEIT MIT FRAUNHOFER?

Unsere Mitarbeiter sind hervorragend ausgebildet, kennen das praktische Umfeld des Industrieunternehmens genauso wie den aktuellen Stand der Technik und der Wissenschaft. Wir besitzen Umsetzungserfahrung und arbeiten sowohl mit dem Top-Management als auch mit dem fachlichen Mitarbeiter vertrauensvoll zusammen. Das gewährleistet Lösungen mit einer ausgezeichneten Akzeptanz im Unternehmen, einer exzellenten Wirtschaftlichkeit und insbesondere einem hohem Innovationsgrad.

3. WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN EINEM FORSCHUNGSPROJEKT FÜR ÖFFENTLICHE AUFTRAGGEBER UND EINEM SOLCHEN PROJEKT FÜR PRIVATWIRTSCHAFTLICHE AUFTRAGGEBER?

Bei letzterem gibt es einen direkten Forschungsauftrag von Seiten eines Unternehmens an Fraunhofer Italia. Ein solches Projekt kann in der Regel kurzfristig begonnen werden. Vertraulichkeit, Ergebnisverwertung und Nutzungsrechte sind im Sinne des Auftraggebers Basis dieser Zusammenarbeit. Öffentlich geförderte Forschungsprojekte zeichnen sich meistens durch eine höhere Unsicherheit bezüglich der Erreichbarkeit des Ergebnisses aus und unterliegen den spezifischen Anforderungen der Fördergeber (EU, Provinz Bozen etc.). Nicht selten müssen Ergebnisse von solchen Forschungsprojekten veröffentlicht werden. Die Projekte werden oft von mehreren Unternehmen mit geteilten Nutzungsrechten bearbeitet. Für ein öffentlich gefördertes Forschungsprojekt muss zunächst eine geeignete Ausschreibung identifiziert, ein Antrag gestellt und auch bewilligt werden. Bis zur erfolgreichen Beantragung und zum Projektstart können daher mehrere Monate vergehen. Bei Bewilligung werden jedoch zwischen 30 und 100 Prozent der anrechenbaren Projektkosten durch den Fördergeber übernommen.

4. WARUM FRAUNHOFER ALS PARTNER?

Forschung im Auftrag der Kunden ist das primäre Geschäftsfeld des Fraunhofer Italia. Entsprechend ausgerichtet ist das Know-how unserer Mitarbeiter. Sie kennen die Rahmenbedingungen in den Unternehmen, sprechen deren Sprache und haben jahrelange Erfahrung in der Bearbeitung von Projekten, Erarbeitung innovativer Lösungen und in der erfolgreichen Umsetzung in den Unternehmen. Die intensive Zusammenarbeit mit der Industrie führt zu einer ständigen Anpassung an die steigenden Anforderungen der Unternehmen. Wichtige Eckpfeiler: Geheimhaltung und Vertraulichkeit, professionelles Projektmanagement, fundiertes Wissen des Standes der Technik und der Forschung sowie die ständige Weiterentwicklung von Methoden. Unsere Lösungen sind praxisgerecht fundiert sowie wirtschaftlich, innovativ und erfolgreich.

5. WIE UMFANGREICH MUSS EIN AUFTRAG SEIN?

Die Kooperation mit dem Fraunhofer Italia ist frei gestaltbar und richtet sich nach dem spezifischen Bedarf der Kunden. Kleinere Projekte werden bei uns genauso professionell mit Forschungs-, Beratungs- oder Schulungsleistung versorgt, wie Großprojekte. Bei komplexen und themenübergreifenden Aufgabenstellungen bündeln wir das Know-how mehrerer Fraunhofer-Einrichtungen oder Institute.

6. WIE KALKULIERT FRAUNHOFER DIE PROJEKTE?

Fraunhofer Italia ist gemeinnützig und nicht gewinnorientiert. Die Gehälter unserer Mitarbeiter orientieren sich am Kollektivvertrag für Handel und Dienstleistungen und unsere Ausgaben unterliegen den strengen Vorschriften des öffentlichen Dienstes. Projekte werden auf Selbstkostenbasis mit dem Ziel kalkuliert, am Ende des Jahres einen ausgeglichenen Haushalt – eine schwarze Null – zu erreichen.

7. FRAUNHOFER IST EINE FORSCHUNGSEINRICHTUNG. WAS WEISS MAN DA ÜBER DIE PROBLEME DER WIRTSCHAFT?

Die Kooperation mit Unternehmen ist das tägliche Brot der Mitarbeiter von Fraunhofer. Sie schöpfen ihr berufliches Selbstverständnis aus ihrer Arbeit, die stets die praktische Anwendung zum Ziel hat. Der Umgang mit vielen unterschiedlichen Auftraggebern sorgt auch dafür, dass man bei Fraunhofer umfassende Erfahrung mit der Denk- und Arbeitsweise von Unternehmen hat und Einblick in unterschiedliche Unternehmenskulturen erhält. Die Arbeit unserer Mitarbeiter zielt auf die Anwendung der Ergebnisse hin. Aus ihr leitet sich ihr Selbstverständnis ab: Fraunhofer Italia arbeitet für die Wirtschaft; ermöglicht seinen Kunden, Wissen zu Geld zu machen; ist praxisorientiert und kennt den aktuellen Stand in Forschung und Wissenschaft.

8. ARBEITET FRAUNHOFER NUR MIT GROSSUNTERNEHMEN ZUSAMMEN?

Nein, unser Institut zählt Unternehmen aller Größen zu seinen Kunden. Prinzipiell muss aber gesagt werden, dass sich unser Leistungsangebot, entsprechend der Südtiroler Wirtschaftsstruktur, insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) richtet, sei es bei Entwicklungsaufgaben, Forschungsdienstleistungen oder als kompetenter Berater in organisatorischen, technischen und strategischen Fragen.

9. WIE IST DIE VERBINDUNG ZWISCHEN UNIVERSITÄTEN UND FRAUNHOFER?

Fraunhofer Italia kooperiert eng mit der Freien Universität Bozen. Die Zusammenarbeit basiert auf einer gemeinsamen Win-Win-Situation, Kooperationsverträgen und personellen Verknüpfungen. Der Leiter unseres Institutes, Prof. Dr.-Ing Dominik Matt, ist beispielsweise gleichzeitig Professor an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Universität Bozen. Fraunhofer macht Ergebnisse der universitären Grundlagenforschung anwendungsreif und setzt sie in den heimischen Industrieunternehmen in die Praxis um. Sie nimmt Anregungen und Problemstellungen aus der Praxis auf, betreibt eigene Forschung zu deren Lösung und formuliert Anforderungen für die Universitäten an Grundlagenforschung oder eine bedarfsgerechte Lehre. Damit schließt sich ein Kreislauf zwischen Universitäten, Fraunhofer und der Industrie, der Geld zu Wissen und Wissen wieder zu Geld macht.

10. FRAUNHOFER ITALIA GEHÖRT ZUR FRAUNHOFER GESELLSCHAFT. BESTEHT DA NICHT DIE GEFAHR, DASS KNOW-HOW UND FÖRDERGELDER AUS ITALIEN ABFLIESSEN?

Unser Institut agiert als nicht gewinnorientierte Konsortial-GmbH. Konsortialpartner ist der ebenfalls nicht gewinnorientierte Unternehmerverband Südtirol (UVS). Die Fraunhofer-Gesellschaft hält als Mehrheitsgesellschafterin 99 Prozent der Unternehmensanteile, der Unternehmerverband entsprechend ein Prozent. Alle Haushaltsmittel der Fraunhofer Italia und somit des Fraunhofer IEC werden in Forschungsinfrastruktur in Italien bzw. Südtirol und in die Köpfe unserer Mitarbeiter investiert. Nutznießer unserer Forschung sind die Industrieunternehmen, die Gesellschaft und die Region durch ausgebildete Mitarbeiter und attraktive Arbeitsplätze, die wir schaffen. Wir sind kein Gewinnbetrieb sondern im Gegenteil – gut 1/3 unseres Haushalts wird durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol bereitgestellt – in Analogie an die Grundfinanzierung der Fraunhofer Gesellschaft in Deutschland durch Bund und Länder. Mit dieser Grundfinanzierung betreiben wir Vorlaufforschung als Basis für unsere zukünftigen angewandten Forschungsprojekte.